29.05.2026

Erstmals werden fünf Aufsichtsräte der DAX40-Unternehmen von Frauen geleitet. Die DAX-Aufsichtsräte werden damit zunehmend weiblicher und internationaler, auch wenn bei der globalen Vielfalt weiterhin Nachholbedarf besteht.

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Im Rahmen der diesjährigen Hauptversammlung (HV) des Automobilzulieferers Continental wurde Sabrina Soussan an die Spitze des Aufsichtsrats berufen. Die französische Topmanagerin löst den langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Reitzle ab. Damit werden derzeit die Kontrollgremien von fünf Unternehmen des DAX40 von Frauen geführt. Neben Continental sind dies Deutsche Börse (Clara-Christina Streit), DHL (Katrin Suder), Henkel (Simone Bagel-Trah) und Vonovia (Clara-Christina Streit).

Großer Schritt für Gender Diversity

Nicolas von Rosty, Deutschlandchef von Heidrick & Struggles, merkt an: „Dies ist im Sinne einer besseren Gender Diversity ein qualitativ großer Schritt. Der Vorsitz des Aufsichtsrats besitzt in Deutschland eine überragende Rolle bei der Unternehmensführung. Noch bis vor Kurzem gab es gerade eine weibliche Aufsichtsratsvorsitzende. Und ab Oktober dieses Jahres wird mit Amparo Moraleda bei Airbus in einem weiterer DAX-Unternehmen eine Frau an die Spitze des Verwaltungsrats rücken.“ Von den 335 Aufsichtsräten der Kapitalseite sind nach dem Ende der HV-Wahlen 127 Frauen, der Anteil beträgt demnach rund 38%. Diese Quote wurde schon vor vier Jahren erreicht.

Dies sind Ergebnisse einer regelmäßigen Analyse der internationalen Personalberatung Heidrick & Struggles zu den Wahlen der Aufsichtsräte der DAX-Konzerne.

Internationale Aufsichtsräte

Die Zahl an internationalen Mitgliedern in den aktuellen DAX40-Aufsichtsräten beträgt 131, dies ist eine Quote von rund 39%. Dieser Anteil an Nicht-Deutschen übertraf in der Vergangenheit bereits die 40%-Marke. Nicolas von Rosty bemängelt die aktuelle Quote als zu niedrig: „Zahlreiche Dax-Konzerne verzichten darauf, das Aufsichtsgremium mit internationalen Topmanagerinnen und Topmanagern gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten besser aufzustellen und zusätzliche Perspektiven zu gewinnen.“ Positiv ist, dass inzwischen von den internationalen Aufsichtsräten 41 einen US-amerikanischen und kanadischen Hintergrund besitzen, während 22 aus Österreich und der Schweiz stammen. „Nur eine Handvoll an Aufsichtsräten sind aus Asien und Südamerika. Dies sind viel zu wenige bei der Bedeutung dieser Märkte als Handelspartner von Deutschland.“


Redaktion

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