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  • IFRS 20: Mehr Transparenz für Strom, Gas und Wasser

02.06.2026

Der IASB hat mit IFRS 20 einen neuen Rechnungslegungsstandard für preisregulierte Unternehmen veröffentlicht. Betroffen sind vor allem Branchen wie Strom, Gas und Wasser, in denen staatliche oder regulatorische Vorgaben bestimmen, wann und in welcher Höhe Leistungen abgerechnet werden dürfen. Darüber informiert das DRSC.

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Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 27.05.2026 den IFRS 20 Regulatorische Vermögenswerte und regulatorische Schulden veröffentlicht, einen neuen Rechnungslegungsstandard für Unternehmen, die einer bestimmten Art der Preisregulierung unterliegen. IFRS 20 gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2029 beginnen. Unternehmen können den Standard bereits früher anwenden.

IFRS 20 soll Investoren dabei helfen, besser zu verstehen, wie sich die Preisregulierung auf die finanzielle Leistungsfähigkeit, die Finanzlage und die künftigen Cashflows eines Unternehmens auswirkt. Er ergänzt die Angaben, die ein Unternehmen bei der Anwendung von IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden macht, und ersetzt IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungskonten.

Zum Hintergrund

Der Standard betrifft Unternehmen, die einer Preisregulierung unterliegen, die festlegt, wie viel ein Unternehmen seinen Kunden für gelieferte Güter oder Dienstleistungen in Rechnung stellen darf und in welchem Zeitraum es dies tun darf. Unternehmen, die Dienstleistungen wie Strom, Wasser und Gas erbringen, unterliegen häufig dieser Art von Regulierung. In Deutschland sind das z.B. die Übertragungsnetzbetreiber.

In einigen Fällen unterscheidet sich die Periode, in der ein Unternehmen Güter liefert oder Dienstleistungen erbringt, von der Periode, in der es den Kunden diese Güter oder Dienstleistungen in Rechnung stellen darf – und damit von der Periode der Umsatzrealisierung in der Gewinn- und Verlustrechnung. IFRS 20 bezeichnet dies als zeitliche Differenz. Die ausgewiesenen Umsatzerlöse spiegeln möglicherweise nicht vollständig die Leistung des Unternehmens in einer Periode wider. Der neue Standard verlangt von den Unternehmen, die Auswirkungen zeitlicher Differenzen in ihren Abschlüssen zu berücksichtigen.

Regulierte Unternehmen müssen künftig anders bilanzieren

Derzeit gab es in den IFRS keine spezifischen Regelungen für die Bilanzierung von preisregulierten Geschäftsvorfällen. Die Unternehmen wendeten somit unterschiedliche Bilanzierungsmodelle an. Der neue Standard verpflichtet nun die Unternehmen, die der Preisregulierung unterliegen, regulatorische Vermögenswerte und Schulden in ihrer Bilanz und entsprechende regulatorische Erträge und Aufwendungen in ihrer Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen.

Es wird erwartet, dass IFRS 20 die Vielfalt der Rechnungslegungspraktiken verringert und die Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen in regulierten Branchen verbessert. Weiterführende Informationen stehen Ihnen auf der Internetseite der IFRS-Stiftung zur Verfügung.


DRSC vom 28.05.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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