10.07.2026

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Wirtschaftliche Schäden, die aus geopolitischen Turbulenzen resultieren, gehören erstmals zu den Top 7 der globalen Risiken für Vorstände und Führungskräfte. Das zeigt die jährliche Studie zur Managerhaftpflichtversicherung, die das Beratungsunternehmen Willis, ein Geschäftsbereich von WTW, in Zusammenarbeit mit der internationalen Anwaltskanzlei Reed Smith LLP durchgeführt hat. 59% der weltweit befragten Vorstände, Aufsichtsräte und Risikomanager stufen das geopolitische Risiko als „hoch“ oder „sehr hoch“ ein, womit Geopolitik von Platz 15 im Vorjahr auf Platz 7 in der aktuellen Wahrnehmung vorrückt.

„Die etablierten Risiken – etwa Arbeitsschutz, Datenverlust oder Cyber – bleiben zwar dominant“, sagt Philipp Rouget, Head of FINEX Deutschland und Österreich bei Willis. „Aber sie verlieren in der Bewertung durchgängig an Gewicht. Zugleich steigen mit Geopolitik und KI zwei neue Risiken für Manager auf.“

KI wird zum Vorstandsrisiko

Bei der Künstlichen Intelligenz ist der Anteil der Befragten, die sie als sehr oder äußerst wichtiges Risiko einstufen, deutlich – von Platz 21 auf 14 – gestiegen. In Deutschland ranken KI-Risiken sogar zum ersten Mal unter den Top 7. Zu den größten Unsicherheiten im Zusammenhang mit KI zählen durch KI verursachte Fehler und Fehlinformationen, durch KI ermöglichter Betrug und Social Engineering sowie strategisches Versagen bei der Einführung von KI. Zugleich schätzen Unternehmen ihre eigene Kompetenz hier am geringsten ein: Nur 55% der Befragten glauben, dass ihre Vorstandsmitglieder über die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen, um die KI-Implementierung wirksam zu überwachen.

Weitere Kernergebnisse aus dem Willis D&O Survey

  • Gesundheit und Sicherheit stellen nach wie vor ein Hauptrisiko dar, insbesondere in den Bereichen Industrie, Transport und Energie (für 82 bis 89% der Befragten in diesen Sektoren).
  • Besonders bemerkenswert: Rund 50% der Studienteilnehmer stimmen nicht voll zu, dass Umfang und Qualität ihrer D&O-Deckung angemessen sind bzw. die Versicherungssumme ausreichend ist.
  • Eine erhöhte Risikoexposition durch Dritte oder aufgrund von Engpässen in der Lieferkette wird von 39% der Befragten als größte Herausforderung für die operative Widerstandsfähigkeit genannt. Insbesondere für Unternehmen in den Sektoren Gesundheitswesen, Industrie, Energie und Versorgungswirtschaft sowie Transport und Einzelhandel gehören Probleme in der Lieferkette zu den Top-7-Risiken.
  • Der Klimawandel ist in den meisten Regionen aus den oberen Plätzen der Risikoliste gefallen – damit setzt sich der Trend der letztjährigen Studie fort, in der der Klimawandel in der Risikowahrnehmung bereits rückläufig war.
  • Auch die Themen Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion sind auf der globalen Risikoagenda abgefallen: Nur noch 52% (Vorjahr: 59%) der Befragten geben an, dass sie diese Themen für sehr wichtig oder äußerst wichtig halten.

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