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  • Wie Unternehmen im zweiten Jahr nach ESRS berichten

08.10.2026

Deutsche Börsenunternehmen richten ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung immer stärker an den europäischen ESRS aus, obwohl die CSRD 2025 in Deutschland noch nicht umgesetzt war. Zugleich werden die Berichte kürzer und fokussierter, während Prüfung und ergänzende ESG-Informationen weiter an Bedeutung gewinnen.

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Die Nachhaltigkeitsberichterstattung deutscher Börsenunternehmen nähert sich weiter den Vorgaben der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) an. Das zeigt eine gemeinsame Studie von Deloitte und dem Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) für das Geschäftsjahr 2025. Analysiert wurden 119 Unternehmen aus DAX, MDAX und SDAX.

ESRS prägen die Berichtspraxis

Obwohl die CSRD in Deutschland 2025 noch nicht umgesetzt war, berichtete die Mehrheit der untersuchten Unternehmen bereits „unter vollständiger Beachtung der ESRS“. Besonders ausgeprägt ist dies bei DAX-Konzernen. Knapp ein Drittel der Unternehmen erstellte seine Nachhaltigkeitsberichterstattung lediglich „in Anlehnung an die ESRS“ – deutlich weniger als im Vorjahr. Damit entwickeln sich die ESRS zunehmend zum faktischen Referenzrahmen für das Reporting. Gleichzeitig zeigen sich weiterhin Unterschiede nach Unternehmensgröße und Indexzugehörigkeit.

Berichte werden kürzer

Der durchschnittliche Umfang der Nachhaltigkeitsberichte sank von 130 Seiten im Vorjahr auf 117 Seiten. Die Spannbreite bleibt allerdings groß: Sie reicht von 27 bis 259 Seiten. DAX-Unternehmen veröffentlichten im Durchschnitt 141 Seiten, MDAX-Unternehmen 117 und SDAX-Unternehmen 96 Seiten.

Auch bei der Wesentlichkeitsanalyse zeigen sich gemeinsame Muster. Klimawandel, die eigene Belegschaft und Unternehmensführung wurden von fast allen Unternehmen als wesentlich eingestuft. Im Durchschnitt identifizierten die Unternehmen sechs wesentliche ESRS-Themen.

Weniger IROs, stärkere Gewichtung von Risiken

Bei den berichteten Auswirkungen, Risiken und Chancen – den sogenannten IROs – ging die durchschnittliche Zahl von 43 auf 36 zurück. Risiken und negative Auswirkungen wurden dabei häufiger als wesentlich eingestuft als Chancen und positive Effekte.

Zusätzlich gewinnt ergänzendes Reporting an Bedeutung. 49 der 119 Unternehmen veröffentlichten mindestens ein ESG-Factbook oder ein vergleichbares Dokument. Knapp 40 % davon stellten mehrere ergänzende ESG-Berichte bereit.

Prüfung bleibt überwiegend mit begrenzter Sicherheit

93 Nachhaltigkeitsberichte wurden mit begrenzter Sicherheit geprüft. Ein Bericht erhielt vollständig hinreichende Sicherheit, bei weiteren Unternehmen wurden einzelne Angaben auf diesem höheren Prüfungsniveau geprüft. Zehn Berichte blieben ungeprüft. Sämtliche durch Wirtschaftsprüfer geprüften Berichte erhielten uneingeschränkte Prüfungsurteile.


DRSC vom 01.10.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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