Das DRSC und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte haben die Fortsetzung ihrer gemeinsamen Studie beschlossen, die im vergangenen Jahr zur Praxis der Nachhaltigkeitsberichterstattung über das Geschäftsjahr 2024 durchgeführt worden war. Schwerpunkt der Fortsetzung betreffend das Geschäftsjahr 2025 ist weiterhin die Berichterstattung börsennotierter Unternehmen, deren Aktien in den Segmenten DAX, MDAX und SDAX notiert sind. In einem leicht veränderten Untersuchungsdesign sollen nun z.B. auch die Veränderungen gegenüber dem Berichtsjahr 2024 analysiert werden.
Erste Zwischenergebnisse zum Geschäftsjahr 2025
Für die Ende Februar 2026 vorliegenden Berichte aus der Untersuchungsgruppe sind die ersten Zwischenergebnisse nun hier verfügbar.
Die europäische Nachhaltigkeitsberichterstattung befindet sich demnach weiterhin in einer Übergangsphase. Zwar gilt die Corporate Sustainability Reporting Directive bereits auf europäischer Ebene, doch ihre Umsetzung in nationales Recht ist in einigen Mitgliedstaaten – darunter Deutschland – noch nicht abgeschlossen. Gleichzeitig werden auch die European Sustainability Reporting Standards weiterentwickelt. Viele Unternehmen entscheiden sich dennoch bereits heute, ihre Berichte an den neuen Standards auszurichten.
Unterschiedliche Umsetzung der ESRS
Die Untersuchung zeigt eine noch heterogene Umsetzung der neuen Standards. Ein Teil der Unternehmen berichtet bereits vollständig nach ESRS, andere orientieren sich lediglich daran oder verzichten bislang ganz auf eine Berücksichtigung der Standards. Auffällig ist dabei ein klarer Größenunterschied: Größere Unternehmen setzen die ESRS deutlich häufiger vollständig um als kleinere.
Auch strukturell zeigt sich ein relativ einheitliches Bild. Die meisten Unternehmen integrieren ihre Nachhaltigkeitsangaben in den Lagebericht, häufig in Form eines eigenen Abschnitts. Eine wirklich integrierte Berichterstattung, bei der Nachhaltigkeitsinformationen eng mit finanziellen Informationen verknüpft werden, ist bislang jedoch selten zu beobachten.
Umfangreiche Berichte bleiben die Regel
Nachhaltigkeitsberichte bleiben weiterhin sehr umfangreich. Im Durchschnitt umfassen die analysierten Berichte im DAX rund 129 Seiten, im MDAX etwa 146 Seiten und im SDAX rund 106 Seiten. Insgesamt reicht die Spannweite der untersuchten Berichte von 78 bis 215 Seiten.
Der Umfang hängt vor allem davon ab, wie viele Themen als wesentlich identifiziert werden und wie detailliert Unternehmen ihre Angaben ausgestalten.
Wesentlichkeit und identifizierte Risiken
Die Zahl der als wesentlich eingestuften ESRS-Themen liegt im Durchschnitt bei sieben. Besonders häufig werden Klimawandel, die Arbeitskräfte des Unternehmens sowie Fragen der Unternehmensführung als wesentlich bewertet. Andere Themen, etwa Biodiversität oder Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften, werden deutlich seltener als relevant eingestuft.
Deutlich größere Unterschiede zeigen sich bei den sogenannten Impacts, Risks and Opportunities (IRO). Unternehmen identifizieren hier zwischen 10 und 116 relevante Auswirkungen, Risiken oder Chancen. Im Durchschnitt berichten die Unternehmen rund 42 IROs.
Prüfung der Nachhaltigkeitsberichte
Bemerkenswert ist auch die Prüfungspraxis. Obwohl derzeit noch keine gesetzliche Pflicht zur inhaltlichen Prüfung besteht, wurden alle untersuchten Berichte freiwillig extern geprüft. In der Regel erfolgt diese Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“). Eine vollständige Prüfung mit hinreichender Sicherheit („reasonable assurance“) hat bislang kein Unternehmen durchführen lassen.
Fazit
Die Analyse zeigt, dass sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach ESRS noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet. Unternehmen experimentieren weiterhin mit Struktur, Umfang und Detailtiefe ihrer Berichte. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich viele Unternehmen bereits heute an den künftigen regulatorischen Anforderungen orientieren.

