Der Betreiber mehrerer großer europäischer Börsen, Euronext, sieht bei seinen börsennotierten Unternehmen Fortschritte bei Emissionen, Energieeffizienz und Geschlechtervielfalt. Das zeigt der am 14.09.2026 veröffentlichte „ESG Trends Report 2026“. Grundlage sind mehr als 125.000 gemeldete und geprüfte Datenpunkte von über 1.680 Unternehmen aus mehr als 35 Ländern.
Emissionen sinken, Scope 3 bleibt schwierig
Unternehmen, die in den vergangenen drei Jahren durchgehend Daten meldeten, reduzierten ihre standortbezogenen Scope-1- und Scope-2-Emissionen im Durchschnitt um 7%. Bei der Erfassung von Scope-3-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette bestehen dagegen weiterhin Lücken. Die Berichterstattung über alle Emissionskategorien stagniert seit 2023 weitgehend.
Deutlicher fällt der Fortschritt beim Energieverbrauch aus. Große börsennotierte Unternehmen senkten ihre Energieintensität innerhalb von drei Jahren im Schnitt um 19%. Euronext führt dies unter anderem auf Effizienzmaßnahmen, hohe Energiepreise und unternehmerische Klimaziele zurück.
Mehr Frauen in Verwaltungsräten
Auch bei der Geschlechtervielfalt gibt es Fortschritte. 2025 waren 35,4% der Verwaltungsratsmandate mit Frauen besetzt. Das entspricht einem Plus von 2,2 Prozentpunkten gegenüber 2023. In Managementpositionen blieb der Frauenanteil dagegen weitgehend stabil.
Neue EU-Regeln verändern Berichterstattung
Das regulatorische Umfeld befindet sich zugleich im Wandel. Das EU-Omnibus-Paket mit vereinfachten Vorgaben und veränderten CSRD-Fristen wirkt sich bereits auf die Nachhaltigkeitsberichte aus. Die Berichterstattung zur EU-Taxonomie ist seit 2023 leicht zurückgegangen.
Mehr als 250 Euronext-Unternehmen beteiligen sich inzwischen an der Science Based Targets initiative. 233 verfügen über bestätigte kurzfristige Klimaziele, 117 haben sich zu Netto-Null-Strategien verpflichtet. Die Datenbank des Reports deckt rund 90% der Euronext-Emittenten mit einer gemeinsamen Marktkapitalisierung von etwa 7,2 Billionen Euro ab.

