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  • KI verändert die deutsche Wirtschaft schneller als erwartet

10.06.2026

Die deutsche Wirtschaft setzt immer stärker auf generative KI, muss deren Einsatz aber professioneller steuern, absichern und in bestehende Unternehmensprozesse einbinden.

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peshkova/123rf.com

Generative KI ist in der deutschen Wirtschaft schneller Realität geworden, als viele Unternehmen noch vor einem Jahr erwartet hatten. 98% der Unternehmen bewerten KI inzwischen als relevant für ihr Geschäftsmodell und ihre künftige Wertschöpfung. Damit ist dieser Anteil innerhalb von zwei Jahren von 56% (2024) über 91% (2025) auf heute nahezu flächendeckende Zustimmung gestiegen. Das zeigt die aktuelle Studie „Generative KI in der deutschen Wirtschaft“ von KPMG in Deutschland, für die 480 Entscheider*innen aus unterschiedlichen Branchen befragt wurden.

KI wird vom Trend zum Standard

Unternehmen haben auf diese Entwicklung schnell reagiert. Innerhalb von zwei Jahren ist der Anteil von Unternehmen mit einer KI-Strategie von 31% auf 98% gestiegen. Viele Unternehmen befinden sich inzwischen in der Umsetzung und dem Aufbau belastbarer Strukturen. Doch es bestehen hier weiterhin Lücken: Nur in 39% der Unternehmen werden die Strategien aktiv durch das Top-Management gesteuert.

Auch die Relevanz nimmt weiter zu. 78% der Unternehmen sehen den Einfluss von KI auf ihre Branche heute als groß oder sehr groß an, 2025 lag dieser Wert noch bei 47%. Gleichzeitig sehen 65% der Unternehmen ihre Erwartungen an die positiven Effekte von KI weitgehend bestätigt.

KI-Investitionen werden planbarer

Die bisherigen KI-Investitionen werden 2026 überwiegend positiv bewertet: 71% der Unternehmen geben an, dass ihre Erwartungen erfüllt oder übertroffen wurden. Nur 5% sehen ihre Erwartungen eher nicht erfüllt. Der Nutzen zeigt sich dabei vor allem im operativen Geschäft. 65% messen den Erfolg von KI anhand von Produktivitäts‑ und Effizienzgewinnen, 48% anhand von Umsatz‑ und Wachstumsbeiträgen.

Auffällig ist zugleich die veränderte Investitionslogik. Während 2025 noch eine große Mehrheit steigende KI-Investitionen plante, bleibt die Budgetierung 2026 deutlich kontrollierter: 67% wollen in den kommenden zwölf Monaten weniger als 10% ihres gesamten Investitionsbudgets in KI investieren, 30% planen mit einem Budgetanteil zwischen 10 und 25%.

Enablement und verantwortungsvoller KI-Einsatz entwickeln sich weiter

Auch beim Enablement zeigt sich ein klarer Reifeschritt der Unternehmen. 51% setzen inzwischen auf strukturierte, unternehmensweite KI‑Weiterbildungsprogramme, weitere 30% auf rollen‑ oder funktionsspezifische Qualifizierungsformate.

Ähnlich entwickelt sich der verantwortungsvolle Einsatz von KI. Zwar ist Trusted AI in vielen Unternehmen bereits angelegt, aber noch nicht flächendeckend und ganzheitlich verankert. 53% haben entsprechende Ansätze etabliert, jedoch ohne durchgängige strategische Steuerung. In der Praxis setzen Unternehmen dabei vor allem auf konkrete Maßnahmen: 54% auf die kontinuierliche Überwachung und Kontrolle von KI‑Systemen, 49% auf die Einbindung externer Expertise und 37% auf klar definierte Verantwortlichkeiten und Governance‑Strukturen.


KPMG vom 09.06.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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